Seit über 15 Jahren bietet auch Katja Seidel als lizenzierte Musikgartenlehrerin in Chemnitz Musikkurse für Eltern mit kleinen Kindern an. Im Babymusikgarten, der für Kinder von 6 bis 16 Monaten gedacht ist und immer donnerstags vormittags im Familientreff Flemmi auf der Flemmmigstraße 1 in Altendorf stattfindet, wird in gemütlicher Runde gemeinsam gerasselt, getrommelt, gesungen und getanzt. „Eltern erhalten ein Repertoire an lustigen Fingerspielen, wilden Kniereitern, actionreichen Bewegungsliedern und beruhigenden Kuschelliedern an die Hand, die sich im Familienalltag schnell als nützlich erweisen, wie zum Beispiel das ‚Ticki-Tacki-Tucki-Häuschen‘, das so manche lange Autofahrt rettet“, erzählt Katja Seidel. Wenn junge Eltern den Weg zu ihr gefunden haben, nehmen sie meistens auch gleich an zwei bis drei Babykursen hintereinander teil, bis die Eingewöhnung in der Kita vor der Tür steht. Viele Babykursteilnehmer träfen sich dann später auch im Geburtshaus Chemnitz wieder, wo die 49-Jährige mittwochs nachmittags Musikgartenkurse für knapp zwei- bis vierjährige Kinder anbietet. Auch dort seien viel Rhythmus und Bewegung im Spiel, was die Sprachentwicklung und Feinmotorik enorm fördere, so Katja Seidel. Die Kinder probieren demnach verschiedene Instrumente aus und lernen einfache Tänze, Lieder und Fingerspiele. „Doch Achtung: Die Ohrwürmer bleiben oft im Kopf und die Kinder wollen gern zuhause weitersingen“, berichtet Katja Seidel. Die musikalische Früherziehung sei für die Chemnitzerin eine Herzensangelegenheit. Dabei sei es ihr in ihrer Arbeit wichtig, dass die Eltern sich aktiv beteiligen. „Kinder nehmen ihre Eltern als Vorbilder wahr und versuchen sowieso, ihnen alles nachzumachen. Wenn ich also auch die Eltern für das Musizieren begeistern kann, überträgt sich das schnell auf die Kinder. Deshalb bekommen bei mir auch die Eltern Instrumente in die Hand gedrückt und werden zum Mitsingen eingeladen“, erzählt Katja Seidel. Ein großes Kompliment will sie an dieser Stelle an die Papas von heute richten, die sich nicht mehr scheuen, mit ihrem Kind einen Musikkurs zu besuchen. „Mittwoch nachmittags waren schon von acht Eltern-Kind-Paaren fünf Kinder mit ihrem Papa am Start!“ Da sowohl Eltern als auch Kinder bei Katja Seidel Instrumente in die Hand bekommen, ist ihr Instrumentenschrank rappelvoll. Es gibt Klanghölzer, Glockenstäbe, Holzglöckchen, Holzrasseln, Egg-Shaker, Stilrasseln, Kastagnetten, Triangeln, Holzratschen, Trommeln, bunte Chiffontücher und Bänder jeweils in Klassensatzstärke. Für Lieder zu bestimmten Themen hat sie außerdem besondere Utensilien, wie Schneebälle, Pustekäfer, Windmühlen oder Papierboote zur Hand. „Manchmal reicht auch ein Stück Faden, um die Fantasie von Eltern und Kindern fliegen zu lassen und einen Regenwurm Klaus zum Leben zu erwecken“, sagt die Musikgartendozentin. Stolz ist Katja Seidel darauf, dass sie im Musikgarten auch schon Mitglieder der Robert-Schumann-Philharmonie mit ihren Kindern begrüßen durfte. „Es ist schön, dass ich auch Profi-Musiker mit meinen Kursen begeistern konnte.“ Wenn die freiberufliche Dozentin nicht mit Gitarre, Ukulele und Co. unterwegs ist, sitzt sie im Büro einer Chemnitzer Softwarefirma und kümmert sich dort um die Finanzbuchhaltung. Privat hat die dreifache Mutter eine Leidenschaft für a-capella-Musik und singt im Ensemble „Cantorianer“ aus Chemnitz und im Vocalensemble „poptales“. Darüber hinaus ist sie Cello-Schülerin an der Städtischen Musikschule und spielt im Erwachsenen-Cello-Quartett. Ein Leben voll Musik!